Unterschied RFID und NFC – Eine kurze Erklärung

By Juni 12, 2012 Aktuelles 15 Comments

rfid.PNG-3504d418

Im Rahmen eines aktuellen Projektes beschäftige ich mich mit neuen Technologien, unter anderen NFC und RFID Chips. Immer wieder ist nicht klar, wo genau der Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen ist, daher hier eine kurze Erläuterung.

Hinweis: Summary am Ende

Kurze Einführung der Technologie:

Die Grundidee besteht darin Informationen kabellos zu übertragen. Dafür muss mindestens ein Kommunikationspartner aktiv sein, also die Kommunikation anregen. Der andere Partner kann ein z.B. ein Chip ohne Energieversorgung sein.  Dieser passive Teil wird auch Transponder (=Transmitter&Responder) oder umgangssprachlich “Funketikette” genannt.

RFID

RFID funktioniert über Radiowellen, was der Name  “radio-frequency identification” (RFID) bereits vermuten lässt. Vielmehr sagt die Bezeichnung RFID allerdings nicht aus, da es ein sehr breites Angebot an verschiedenen Chips und Lesegeräten gibt. Im wesentlichen unterscheiden sich die Techniken durch Speicherkapazität, Herstellverfahren, Kosten, Frequenzbereich und durch die Reichweite.

Was ist nun NFC?

Near-Field-Communication oder auf Deutsch “Nahfeldkopplung“, basiert auf der RFID Technologie und zeichnet sich durch ein spezielles Kopplungsverfahren aus, dass in einem Standard genormt ist ( ISO 14443, 18092, 21481 ). Dabei ist neben dem Kopplungsverfahren acuh das der Frequenzbereich festgelegt. (135 kHz; 13,56 MHz nach ISO 18000-2, -3; 22536).

Das kann man sich ähnlich wie beim Radioempfang im Auto vorstellen: Einigt man sich auf ein Frequenzband (z.B. 107,7) kann Radiosender und Autofahrer kommunizieren, diese Normierung ist zunächst für NFC getroffen. Übrigens, die Radiofrequenz 107,7 ist tatsächlich 107,7 MHz (Megahertz).

Neben der aktiv-passiv Kommunikation zwischen z.B. einem Smartphone und einem Transponder ist ebenfalls eine aktiv-aktiv Kommunikation möglich. Zum Beispiel zwischen der Kasse im Supermarkt und dem NFC-Handy als Bezahlvorgang. Der NFC Standard regelt ebenfalls den Ablauf des “Handshake”, der eine sichere Verbindung herstellt und zum Beispiel eine Zahlungsabwicklung durchführt. Der Anwendungsfall von NFC sind sichere Kommunkationsvorgänge. Entsprechend ist auch nur eine sehr kurze Distanz für die Technologie gewünscht: Laut Norm. max. 10 cm.

Bedenken der Sicherheit

Die aus der Presse bekannten Bedenken sind berechtigt und treten bei der Verwendung von passiven Transmittern auf. Zum Beispiel erhalten die meisten modernen Kreditkarten bereits NFC Chips zur kontaktlosen Bezahlung (zu erkennen an einem Wifi ähnlichen Symbol). Da Transmitter (Kreditkarte) keine Rechenleistung mitbringen sind die Sicherungsmöglichkeiten sehr beschränkt. Quasi jeder kann die Kreditkarte auslesen und den Inhalt des Transponders kopieren, sofern er nahe genug an das Gerät heran kommt. Nach diesem Prinzip wurden bereits Fahrzeuge gestohlen, deren Schlüssel mit NFC funktioniert.

Zusammenfassung

Zusammenfassend ist NFC eine genormte Spezialisierung der RFID Technik, die speziell für kurze Distanzen (max. 10cm) und sichere Datenübertragung entwickelt wurde. Die Standardisierung ermöglicht es verschiedenen Herstellern zusammenarbeiten und zum Beispiel Kreditkarten mit Kassensystemen kommunizieren zu lassen. Gerade passive Partner,  wie die Kreditkarte bringen ein Sicherheitsrisiko mit das bedacht werden sollte.

Sie haben Fragen, Anregungen oder Anmerkungen zum Artikel?

Schreiben Sie doch ein Kommentar! Ich würde mich freuen!

15 Comments

  • Peter Hochreiter sagt:

    Hallo Herr Fakir,
    vielen Dank für den Beitrag, mich würde auch noch interessieren, was denn der Unterschied zwischen NFC und Mifare ist?

    Könnten Sie dazu noch etwas ergänzen?

    Vielen Dank

    Hochreiter

  • Aceprox sagt:

    Hallo Herr Hochreiter und alle die das auch interessiert,
    es gibt keinen Unterschied. Es handelt sich um zwei völlig unterschiedlliche Dinge. Mifare ist die Transponder Chipplattform von NXP und NFC eine Anwendung die damit möglich ist.

    Gruß, O. Förster – Aceprox GmbH

  • Klaus Jacobi sagt:

    Kann man mit kontaktlosen NFC-Lesegeräten (z.B. für den neuen Personalausweis) auch noch die etwas älteren RFID-Chips auslesen? Auf welche ISO oder DIN Eigenschaften müsste ich achten, um ein solches Kombi-Gerät zu bekommen?

    Vielen Dank für Ihre bisherigen Ausführungen.

  • Andreas Gundelach sagt:

    Nach unserer Erfahrung geht das nicht (unbedingt).

    Haben hier einige RFID-Chips aus einem Testcase auf die zumindest das GalaxyS3 mit dem NFC-Akku nicht reagiert. Das liegt wahrscheinlich an abweichenden Frequenzen.

  • NFC ist eine Untermenge von RFID, und arbeitet mit HF 13,56 MHz Betriebsfrequenz. LF 125 kHz gehört nicht zu NFC. Hauptsächlich für e-payment entworfen, sind industrielle RFID / NFC A Sendungen prädestiniert.

  • Inco sagt:

    Kann ich grundsätzlich neue Personalausweise (RFID) mit neuen NFC-fähigen Smartphones oder NFC-fähigen Notebooks auslesen?

    • Fakir sagt:

      Das rudimentäre Auslesen des Chips ist möglich. Allerdings liegen die Daten verschlüsselt vor, insofern sind die Rohdaten nicht zu lesen. Eine Entschlüsselung ist gesetzlich untersagt.[nbsp]

      Vorteil: Die verschlüsselten Daten des eErsonalausweises sind so eindeutig, dass sie durchaus für eine Authentifizierung mittels Personalausweis ausreichen.

      Der CCC (Choas Computer Club) hat gezeigt, dass das Auslesen und Entschlüsseln mit “Standard-Hardware” möglich ist.

      Grüße

      Simon Fakir

  • Ing. JF Spitzer sagt:

    Nahfeldtechnologie – Sicherheit nur mit NFC gewährleistet ..
    Blödsinn : RFID Chips im Massentransport (Ski-Data (Lifte)
    oder in der Octopussy-card (mtr- U-Bahn Hongkong))
    gibt es schon vor 1995, technische Norm von diesen Chip´s:
    Entfernung 0-10cm, Sicheres Verfahren der RFID Chip´s
    mit Produktion a la Legic (Schweizer-Firma) mit Sektorrechtevergabe
    und sehr guter Verschlüsselung.
    In der Zwischenzeit seit 2012 hat Mifar mit gutem Verschlüsselungs-
    verfahren nachgezogen.
    Es ist wie immer im Leben ein Kostenfaktor.
    Gute Technik kostet mehr Geld (Mercedes, etc.)
    LG

  • Isabelle sagt:

    Ist es mit einem NFC-fähigen Smartphone möglich gewöhnliche RFID-Transponder zu lesen und auch zu beschreiben?
    Falls ja, gibt es bestimmte Anforderungen an den verwendeten Transponder (z.B. Frequenz von 13,56 MHz oder ein bestimmtes Format)?

  • […] * NFC: eine spezielle Art von RFID, das auf einem bestimmten Frequenzbereich und aus Sicherheitsgründen nur in einem Abstand von höchstens 10 cm funktioniert; näher erklärt hier. […]

  • Katharina sagt:

    Danke für die unkomplizierte Erklärung!

Leave a Reply